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3. Der Bau eines Gebäudes oder aber dies nach der städtebaulichen Konzeption der Stadt bzw. rechtlich nicht erforderlich ist, richtet sich die Zulässigkeit einer Bebauung nach den Planersatzvorschriften der §§ 34, 35 BauGB. Diese unterscheiden zwischen dem Bauen innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteiles (Innenbereich) und dem unbebauten Siedlungsbereich (Außenbereich). Im Innenbereich muss sich ein Bauvorhaben hinsichtlich bestimmter 30 Kriterien der gegebenen Bebauung anpassen. Dieses Einfügen ersetzt als Zulässigkeitsmaßstab die Bebauungsplanfestsetzungen. Das Einfügen in die Umgebungsbebauung gilt hinsichtlich Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse sind zu wahren, ferner darf das Ortsbild nicht beeinträchtigt werden. Die Umgebungsbebauung bildet somit den Rahmen für das Einfügen; je homogener sich eine vorhandene Bebauung darstellt, umso mehr Anpassung an diese Bebauung ist zu verlangen. Entspricht die Umgebungsbebauung einem der Baugebiete der BauNVO, spricht man von typenreinen bzw. faktischen Baugebieten. Ein solches wird baurechtlich so behandelt, als bestünde für dieses Gebiet ein Bebauungsplan mit der entsprechenden Baugebietsfestsetzung. Es sind dann nur die Anlagen allgemein oder ausnahmsweise zulässig, die die entsprechende Baugebietsbestimmung der BauNVO aufführt. Für die Beurteilung der Frage, ob ein vorhandenes Gebiet einem der Baugebiete der BauNVO entspricht, ist die BauNVO in der zurzeit gültigen Fassung maßgebend. Der Außenbereich soll von Bebauung grundsätzlich freigehalten werden, um diesen Bereich für die Erholung der Bevölkerung, die land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie in Teilen für die Sicherung landschafts- und naturbezogener Ziele zu reservieren. Das Bauplanungsrecht erlaubt im Außenbereich in der Regel eine Bebauung nur, wenn das Vorhaben zu den sog. privilegierten Vorhaben rechnet, die wegen ihrer Zweckbestimmung dort errichtet werden müssen. Hierzu zählen in erster Linie land- oder forstwirtschaftliche Betriebe, öffentliche Ver- und Entsorgungseinrichtungen und bestimmte gewerbliche Nutzungen, die besondere Anforderungen an die Umgebung stellen oder nachteilige Auswirkungen hervorrufen. Ferner dürfen in gesetzlich genau festgelegtem Umfang bestehende Gebäude im Außenbereich geändert oder erweitert werden. Voraussetzung jeder Bautätigkeit im Außenbereich ist jedoch, dass ein Vorhaben keine öffentlichen Belange beeinträchtigt. Hierunter versteht das Baugesetzbuch 〉〉 die Darstellungen des Flächennutzungsplanes, 〉〉 die Darstellungen des Landschaftsplanes, 〉〉 die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, 〉〉 die Belange der Denkmalpflege, 〉〉 die Belange der Wasserwirtschaft, um hier nur einige exemplarisch zu nennen. Der vom Kreis aufgestellte Landschaftsplan enthält für einen kleinen Teil des Stadtgebietes wichtige Aussagen zur angestrebten Entwicklung des Außenbereichs und die Schutzgebietsausweisungen (Natur- und Landschaftsschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile, Naturdenkmale). Ferner muss bei der Realisierung von Baumaßnahmen im Außenbereich ein Ausgleich für die Inanspruchnahme bislang unbebauter Flächen geschaffen werden. Derartige Ausgleichsmaßnahmen werden zwischen Antragsteller und Unterer Landschaftsbehörde (Umweltamt Kreis Düren) vereinbart und in der Baugenehmigung festgesetzt. Auskunft erteilt: Kreisverwaltung Düren als Untere Landschaftsbehörde Telefon: 02421 22-2771 Haus der vereinigten Industrieverbände b.weiss@kreis-dueren.de


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