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3. Der Bau eines Gebäudes 31 Bauordnungsrecht Während das Städtebaurecht und damit die Bauleitplanung der Stadt die Frage nach der grundsätzlichen Bebaubarkeit eines Grundstückes beantwortet, regelt das Bauordnungsrecht des Landes die Anforderungen an die Bauausführung und den Ablauf des bauaufsichtlichen Verfahrens. Die nordrheinwestfälische Landesbauordnung (BauO NRW) enthält in Ergänzung des Städtebaurechts materielle Vorgaben u. a. über die 〉〉 Erschließung des Baugrundstücks, 〉〉 Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen, 〉〉 Feuerwehrzugänge und -zufahrten, 〉〉 Abstände und Abstandsflächen von Gebäuden, 〉〉 Gestaltung der Gebäude und baulichen Anlagen, 〉〉 Begrünung und Bepflanzung der Freiflächen, 〉〉 Pflicht zur Schaffung von Stellplätzen und Garagen, 〉〉 Anordnung der Stellplätze und Garagen auf dem Grundstück. Kernpunkt des Bauordnungsrechts bilden die bereits im Mittelalter in den Städten entstandenen Brandschutzregeln. Diese differenzieren nach Gebäudearten und deren Gefährdungsgrad durch Brandeinwirkung. Kurz gesagt braucht ein Einfamilienhaus nur einige wenige Anforderungen der Landesbauordnung zu erfüllen, während ein mehrgeschossiges Kaufhaus mit Gaststätte und Tiefgarage neben den Vorgaben der Landesbauordnung auch denen der Sonderbauverordnung u. a. für Verkaufsstätten, Versammlungsstätten, Beherbergungsstätten, Garagen etc. Rechnung tragen muss. Außer den Brandschutzbestimmungen enthält die Landesbauordnung allgemeine Anforderungen an die Standsicherheit, den Schallschutz, den bauphysikalischen Wärmeschutz, die Verkehrssicherheit und den Schutz gegen Feuchtigkeit etc. Die allgemeinen Anforderungen werden durch die von der obersten Baubehörde eingeführten technischen Baubestimmungen (überwiegend DIN-Normen) ergänzt. Weitere Anforderungen der Landesbauordnung betreffen die Zugänglichkeit von Gebäuden für besondere Personengruppen (Menschen mit Behinderungen, alten Menschen und Personen mit Kleinkindern) und die Beschaffenheit von Wohnungen. Zusätzlich sind bundesrechtliche Anforderungen an den Wärmeschutz nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie des Erneuerbare Energie- und Wärmegesetz (EEWärmeG) und hinsichtlich der Verwendung von Bauprodukten nach dem Bauproduktengesetz bei Planung und Ausführung zu berücksichtigen. Ein besonders wichtiger Teil des Bauordnungsrechts bildet die Verordnung über bautechnische Prüfungen (BauPrüfVO). Diese enthält in ihrem ersten Teil die Vorschriften über Bauvorlagen im bauaufsichtlichen Verfahren. Für jede der verschiedenen Verfahren regelt die BauPrüfVO die vom Architekten einzureichenden Unterlagen. Für den Antrag sowie die Bau- und Betriebsbeschreibung gibt es amtliche Vordrucke. Baunebenrecht Unter diesem Begriff werden die Einzelbestimmungen in sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften zum Thema Bauen zusammengefasst. Ihre Anwendung hängt von der Gestaltung des Einzelfalls ab. Die Bauaufsichtsbehörde beteiligt deshalb im Baugenehmigungsverfahren verschiedene Behörden und Dienststellen, die größtenteils zur Stadtverwaltung oder Kreisverwaltung gehören, teilweise aber auch wie die Bezirksregierung Köln oder wie das Amt für Denkmalpflege im Rheinland (Denkmalpflege im Rheinland) anderen Gebietskörperschaften zugeordnet sind. Das Baunebenrecht lässt sich grob in folgende Gruppen einteilen: 〉〉 Umwelt- und Immissionsschutzrecht (Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung, Bundes- und Landesimmissionsschutzgesetz, Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, Wasserhaushalts- und Landeswassergesetz, Bundesnaturschutz- und Landschaftsgesetz), 〉〉 Gewerbe- und Technikrecht (Gewerbeordnung, Arbeitsstättenverordnung, Gerätesicherheitsgesetz, Aufzugsverordnung, Verordnung über brennbare Flüssigkeiten, Waffengesetz, Sprengstoffgesetz, Gentechnikgesetz), 〉〉 Fachplanungsrecht (Bundesfernstraßengesetz, Straßen- und Wegegesetz des Landes Nordrhein-Westfalen, Wasserstraßengesetz, Luftverkehrsgesetz, Bundes- und Landeseisenbahngesetz, Energiewirtschaftsgesetz, Bundesberggesetz, Abgrabungsgesetz, Flurbereinigungsgesetz, Fernmeldeanlagengesetz, Telegrafenwegegesetz). Darüber hinaus steht das Bauordnungsrecht in enger Verbindung zu weiteren Bundes- und Landesgesetzen, deren Vollzug den Bauaufsichtsbehörden teilweise selbst obliegt. Als Beispiele können genannt werden: 〉〉 Wohnungseigentumsgesetz (WEG), 〉〉 Denkmalschutzgesetz, 〉〉 Feuerschutz- und Hilfegesetz,


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