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3. Der Bau eines Gebäudes habens muss abgesteckt sein; die Bauvorlagen müssen an der Baustelle von Baubeginn an vorliegen. Auch die Fertigstellung ist der Bauaufsichtsbehörde anzuzeigen. Die einzuschaltenden Sachverständigen müssen gegenüber dem Bauherrn bescheinigen, 42 dass die baulichen Anlagen den bautechnischen Nachweisen entsprechen und dies durch stichprobenhafte Kontrollen überwacht wurde. Genehmigungsbedürftige Bauvorhaben Für die Mitteilungen an die Bauaufsichtsbehörde erhält der Bauherr mit den genehmigten Bauvorlagen verschiedene Vordrucke, die zum entsprechenden Zeitpunkt zurückgesandt werden müssen. 〉〉 Mitteilung des Ausführungsbeginns Der Baubeginn muss der Bauaufsichtsbehörde mindestens eine Woche vor Beginn der Arbeiten angezeigt werden. Die Grundstücksfläche und die Höhenlage der genehmigten baulichen Anlage sind abzustecken; Baugenehmigung und Bauvorlagen müssen an der Baustelle vorliegen. Auch sind im Falle des vereinfachten Genehmigungsverfahrens die bautechnischen Nachweise vorzulegen. 〉〉 Kennzeichnung der Baustelle Der Bauherr ist dazu verpflichtet, ein Baustellenschild auf seinem Grundstück anzubringen, das von der öffentlichen Verkehrsfläche aus gut sichtbar ist und die Bezeichnung des Bauvorhabens sowie Name und Anschrift des Entwurfsverfassers und des Rohbauunternehmers enthält. 〉〉 Anzeige der Fertigstellung des Rohbaus bzw. abschließende Fertigstellung Diese Mitteilungen sind der Bauaufsichtsbehörde jeweils eine Woche vorher zuzusenden, um so eine Bauzustandsbesichtigung zu ermöglichen. Die entsprechenden Nachweise und Fachunternehmerbescheinigungen sowie die Bescheinigung des Bezirksschornsteinfegermeisters sind vorab einzuholen. Die Bauaufsichtsbehörde kann deren Vorlage fordern. 〉〉 Gebäudeeinmessungspflicht und Hausnummerierung Nach dem Vermessungs- und Katastergesetz NRW ist der Grundstückseigentümer verpflichtet, auf seine Kosten das Gebäude oder die Grundrissveränderungen einmessen zu lassen. Die Gebäudeeinmessung wird vom Katasteramt des Kreises Düren oder von einem öffentlich bestellten Vermessungsingenieur durchgeführt. Nach dem Baugesetzbuch ist jeder Eigentümer dazu verpflichtet, sein Grundstück mit einer von der Gemeinde festgesetzten Hausnummer zu versehen. Details und Ansprechpartner zur Hausnummerierung finden Sie auf Seite 46. Gartenhäuser, Zäune, Antennen und andere Nebenanlagen (§ 65 BauO NRW) Es gibt eine Anzahl von baulichen Anlagen oder Einrichtungen, die innerhalb von Baugebieten ohne Baugenehmigung errichtet werden dürfen. Beispiele hierfür sind: 〉〉 Gartenhäuser bis 30 cbm umbauter Raum, 〉〉 Einzäunungen bis 2 m Höhe über Gelände an Nachbargrenzen, 〉〉 Terrassenüberdachungen mit einer Fläche bis 30 m² und einer maximalen Tiefe von 3 m, 〉〉 Gewächshäuser bis zu 5 m Firsthöhe. Zwar bedürfen diese Anlagen keiner formellen Bauerlaubnis, aber sie müssen dennoch anderen geltenden Rechtsvorschriften entsprechen. Dies führt häufig zu vermeidbaren Schwierigkeiten, vor allem im nachbarlichen Verhältnis. So ist es unbedingt ratsam z. B. vor dem Erwerb eines Gartenhauses oder der Errichtung einer Mauer zu wissen, ob der Standort für das Vorhaben innerhalb eines Bebauungsplangebietes liegt, in dem Nebenanlagen generell zugelassen oder ausgeschlossen oder nur in bestimmten Bereichen zulässig sind. Ab einer gewissen Größe lösen diese Nebenanlagen gegenüber Nachbargrenzen Abstandsflächen aus, so dass auch hier Einschränkungen vorliegen, die beachtet werden müssen. Verstöße gegen das öffentliche Baurecht Wer gegen die in § 84 BauO NRW aufgeführten Bauvorschriften verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 50.000 € geahndet werden kann. Daneben enthalten auch andere Vorschriften (z. B. Denkmalschutzgesetz, Landeswassergesetz, Landschaftsgesetz) Bußgeldvorschriften. Die Höhe des Bußgeldes hängt von der Schwere des Verstoßes ab. Verstöße gegen das öffentliche Baurecht, die mit einer Gefährdung von Leib und Leben eines anderen verbunden sind, werden nicht als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat gemäß § 323 Strafgesetzbuch verfolgt. Eine Ordnungswidrigkeit liegt unter anderem vor, wenn ohne Baugenehmigung oder davon abweichend gebaut wird. Kann das den Bauvorschriften widersprechende Bauwerk nicht durch eine nachträgliche Genehmigung legalisiert werden, so muss der Bauherr zuzüglich der Geldbuße die rechtswidrigen Bauteile entfernen oder ändern. Dies gilt insbesondere, wenn dem Nachbarschutz dienende Bestimmungen verletzt wurden.


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